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Anzahl der Arten

Die Angaben über die Anzahl der Arten schwanken in der Literatur sehr stark. Es ist von 2500 bis 3500 arten die Rede. Die Abweichungen entstehen dadurch, dass sich die Botaniker in der Abgrenzung von Gattungen und Arten nicht einig sind. Aktuellen Schätzungen zur Folge gibt es heute etwa 2600 Arten in 200 Gattungen.

Bedrohte Arten

Wie viele andere Pflanzenarten sind auch die natürlichen Palmenbestände bedroht. Der Mensch ist dabei durch die Zerstörung der natürlichen Umgebung die größte Gefahr. Besonders die Rodung des Regenwaldes und der Eingriff in die Umgebung sind eine Bedrohung.  Dadurch, dass viele Palmen auf einem recht kleinen Gebiet verbreitet sind können schon lokale Eingriffe zum Aussterben einer Art führen.

Eine andere Bedrohung ist der wirtschaftliche Missbrauch von Palmen. Sie werden oft zum Gewinn des Palmkohls und anderen Rohstoffen zerstört. Eine ebenso große Gefahr ist das sammeln der Samen, die dann an Baumschulen oder Palmenliebhaber weiterverkauft werden. Hierbei wird nicht selten die ganze Pflanze gefällt um an die Samen zu gelangen. Bei seltenen Arten, die sehr gefragt sind,  stellt diese Vorgehensweise eine echte Gefahr dar.

Es gibt etwa neun Palmenarten, von denen man weiß, dass sie ausgestorben sind (stand 1995).Es wird vermutet, dass viele Arten bevor sie entdeckt werden konnten, bereits ausgestorben sind. Auf der Liste der bedrohten Arten stehen etwa 100 Palmenarten. Die bedrohteste aller Palmenarten dürfte wohl Hyophorbe amaricaulis , von der es nur noch ein Exemplar auf Mauritius gibt sein. Die Zahl der bedrohten Palmen wird wohl weiter zunehmen, wenn es nicht zu einem Umdenken kommt.

Klassifizierung

Eine Gattung umfasst eine oder mehrere Arten die sich im Wesentlichen ähnlich sind. Verwandte Gattungen werden in einer Familie zusammengefasst. Palmen gehören zur Familie der Arecaceae (früher Palmae).

Die Gattungen werden meist mit dem vom Erstbeschreiber gewählten Namen bezeichnet. Die Artnamen hingegen werden entweder nach einem charakteristischen Merkmal, oder nach einer Person, die sich in diesem Bereich verdient gemacht hat bezeichnet.

Namensänderung

Namensänderungen sind auf Grund der neuen Erkenntnisse in der Forschung unumgänglich. Alle fünf bis sechs Jahre werden die Art- und Gattungsnamen von einem botanischen Gremium wenn notwendig geändert. Dies geschieht zum Beispiel, wenn Gattungen auf Grund neuer Kenntnisse zusammengelegt, oder aufgespaltet werden. Bei der Namensgebung muss dann die botanische Nomenklatur beachtet werden. Diese besagt auch, dass eine Art nach dem Erstbeschreiber benannt werden muss. Da dieser oft unklar ist kann es auch hier Änderungen geben.

Geographische Verbreitung

Palmen sind nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. Jedoch sind sie in Bezug auf  Trockenheit und Kälte meist sehr empfindlich. So ergibt sich ein Hauptverbreitungsgebiet beiderseits des Äquators zwischen den Wendekreisen. In Äquatornähe findet man die größte Artenvielfalt. Die am weitesten nördlich vorkommende Art ist Chamerops humilis, die in Regionen von bis zu 44° nördlicher Breite vorkommt. Die am weitesten südlich vorkommende Art ist Rhopalostylis sapida, die auch noch bei 44 ° südlicher Breite ihr natürliches Verbreitungsgebiet hat.

Die enorme Artenvielfalt der Palmen ist dadurch zu erklären, dass im Zuge der Kontinentalverschiebung die Palmen auf alle Erdteile verteilt wurden. Durch die Eigenschaft der Samen nicht zu schwimmen ­­ es gibt nur wenige Ausnahmen (z.B. die Kokospalme) –- war das Verbreitungsgebiet sehr beschränkt, so dass sich, mit Hilfe der guten Anpassungsfähigkeiten der Palmen, durch die unterschiedlichen Bedingungen viele verschiedene Arten entwickeln konnten. So kommt es nicht selten vor, dass bestimmte Arten nur auf einer Insel endemisch sind. Gerade dies ist auch eine Gefahr, weil solche Arten viel schneller vom Aussterben bedroht sind.

Palmenhabitate

Palmen verbindet man oft mit den Tropen, wobei die meisten tropischen Palmen im  Unterwuchs anzutreffen sind. Sie bleiben oft klein und sind nicht besonders auffällig. Aber Palmen wachsen auch in Gebieten, in denen man sie eigentlich nicht vermutet. Sie wachsen in Küstengebieten genauso wie in Höhen von bis zu 4000 Metern. Auch in Wüstengebieten sind Palmen aufzufinden. In trockenen, heißen Gebieten können Palmen aber nur überleben, wenn ihre Wurzeln Zugang zum Grundwasser haben. So wachsen solche Palmen oft an Flussläufen oder in Oasen, wie zum Beispiel die Dattelpalme im Nahen Osten. Einen Gegensatz dazu bilden Nypa fruticans, die einzige Mangrovenpalme, die in weichen, schlammigen Flussufergebieten wächst und Ravenea musicalis, die sogar gänzlich in bis zu 2.5 m tiefen Flussläufen  wächst.