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Sommerschnitt kontra Winterschnitt an Bäumen

 

Die Vor-und Nachteile der Schnittzeiten für Wachstum und Schutz der Bäume

Wie viele andere Bereiche des Lebens wurde erstaunlicherweise auch der Schnitt als auch die Pflege von Bäumen durch kulturelle Gegebenheiten über Jahrhunderte geprägt.

So herrscht in vielen europäischen Ländern irrtümlicherweise immer noch die Vorstellung daß, das Beschneiden von Obst- sowie Zierbäumen im Winter die richtige Vorgehensweise sei.

Wenn auch, wie in der Einleitung erwähnt, gewisse traditionelle Zwänge diese Vorgehensweisen für damalige Zeiten rechtfertigen, ist es heute umso fraglicher, daß diese Vorgehensweise oder Gewohnheit sich bis ins 21.Jahr-hundert manifestiert hat. Oft zum Schaden des Baumes.

 

Wissenschaftler unterteilen in unseren gemäßigten Breitengraden die Gehölz-pflanzen in vier verschiedenen Stoffwechselphasen:

  1. Frühjahr(März-April)
  • gebildete Nährstoffe, Flüssigkeiten werden aktiviert
  • der Saftfluß wird angekurbelt
  • Stofftransporte zu der Knospen

 

  1. Frühjahr(bis Mitte Sommer)
  • Dicken- und Längenwachstum
  • Photosynthese und andere Stoffwechselprozesse auf Hochtouren
  • Maximale Flüssigkeitsansammlung

 

  1. Spätsommer(bis Laubfall)
  • Reservestoffe, Assimilate werden im Blattverband-Gewebe eingelagert

 

  1. November bis Februar
  • Ruht der biochemische Stoffwechselprozess

 

Unter Berücksichtigung dieser vier Faktoren in einem Jahresverlauf, hat ein Winter- oder Sommerschnitt natürlich unterschiedliche Auswirkungen auf den biologischen Zustand des Baumes.

 

Forschungsarbeiten belegen:

In der Zeit von Mai bis September ist die Reaktion eines Baumes auf Schnittstellen wesentlich besser als in den anderen Monaten.

Dies beruht nachweislich auf die Vegetationzeit des Baumes, in welcher der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und somit logischerweise mehr Optionen hat, Schnittstellen und Wunden optimal zu überwallen, zu schließen und sich gegen äußere Aggressoren wie Pilze und andere Erreger zu schützen.

Somit sollten fachmännische Baumpflegemaßnahmen den Baum stärken und nicht schwächen.

Die ZTV BAUMPFLEGE 2006 weist ausdrücklich darauf hin, daß die geringsten Folgeschäden der Baumpflege während der Vegetationszeit entstehen, wo der Baum im wahrsten Sinne des Wortes “im vollem Saft steht“ und seine biochemischen Prozesse auf Maximum laufen.

Biologisch sinnvoll ist es, Bäume und Sträucher im Sommer zu schneiden, um gesunde Bäume zu stärken, zu erhalten und somit für die nachkommende Generation zu sichern. Nicht nur optisch sondern vielmehr biologisch.