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Im 19. Jahrhundert wurde die Tomate (Lycopersicon esculentum) in Deutschland ausschließlich als Zier- und Heilpflanze angebaut. Sie trug damals die Namen „Liebesapfel“ oder „Paradiesapfel“. Erst im 20. Jahrhundert wurde sie als Gemüsepflanze genutzt. Und das mit unglaublichem Erfolg.

Heute ist die Tomate die meistverzehrte Gemüseart der Bundesbürger. Mit ca. 15 Kilogramm jährlichem Verzehr, davon etwa die Hälfte als Frischware, liegt sie an der Spitze der Beliebtheitsskala. Und damit ist die Tomate nicht nur die Nummer 1 beim Verbraucher sondern auch bei den Gemüsegärtnern. Für die Betriebe mit direktem Absatz ist die Tomate im Sommer die Hauptkultur. Sie wird auf den Flächen angebaut, auf denen zuvor Beet- und Balkonpflanzen kultiviert wurden oder folgt einer gemüsebaulichen Vorkultur. Im Freiland ist der Anbau starken Schwankungen unterworfen. Der Anbau im Freiland ist zwar möglich, erbringt aber deutlich geringere Erträge und schlechtere Preise. Und die möglichen Rückschläge während der Kultur sind vielfältig: Vor allem die bedeutendste Pilzkrankheit der Tomate, die sogenannte Kraut- und Braunfäule, lässt Bestände in kurzer Zeit zusammenbrechen. Und in gefährdeten Lagen genügen schon wenige Minuten Hagel, um eine Anlage zu vernichten. So wie viele Hobbygärtner verzichten deshalb auch viele Profis auf die Kultur im Freiland.

Die Tomate gehört wie die Paprika, Aubergine und Kartoffel zur Familie der Nachtschattengewächse. Es gibt runde Formen, längliche Eier-, Birnen- und Flaschentomaten, außerdem Fleischtomaten sowie kleine, sehr süß schmeckende Kirsch- oder Cocktailtomaten. Mehr als 600 Sorten finden sich auf dem Markt. Sie unterscheiden sich im Geschmack und in der Nährstoffzusammensetzung. Alle enthalten jedoch das Provitamin A und die Vitamine C und E. Tomaten enthalten außerdem viele Krebsschutz – Vitamine und wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Kupfer, Eisen, Phosphor und Kalium. Reichlich vorhanden sind auch organische Säuren und Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Tomaten wirken sogar tonisierend, d.h. sie regen die Psyche an und eignen sich besonders in Stresszeiten und bei der Genesung gut zur Belebung, machen munter und hellen die Stimmung auf. Angeregt werden auch die Abwehrkräfte, die Blutbildung und der Gallenfluss.

Je mehr Sonne eine Tomate am Strauch tanken kann, desto mehr Inhaltsstoffe und Aroma bildet sie aus. Grün gepflückte Tomaten reifen zwar nach, schmecken aber eher fade und wässrig. Bei der Zubereitung und beim Verzehr sollte man die grünen Stengelansätze entfernen, da sie genauso wie grüne Tomaten das giftige Solanin enthalten, welches Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen kann.

Tomaten lassen sich in der Küche vielfältigst verwenden und sind leicht verarbeitbar, was vermutlich Ihre große Beliebtheit erklärt. Sie sind von Juni bis November in der Region erhältlich

Gefüllte Tomaten

Zutaten für 4 Personen:

4 Fleischtomaten
300 g Feta natur (Schafskäse)
3 Zweige Basilikum
2 Zweige Oregano
Pfeffer
Butter für die Form

Zubereitung:

Die Tomaten waschen, trocken tupfen und waagrecht halbieren. Mit einem kleinen Löffel das Tomatenfleisch herausnehmen und klein schneiden. Den Schafskäse fein würfeln, zum Tomatenfleisch geben. Das Basilikum und den Oregano unter fließendem Wasser abspülen, dann fein schneiden und unter die Tomaten – Käse – Masse mischen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen, abschmecken und in die Tomatenhälften füllen. Eine Auflaufform fetten, die Tomaten hineinsetzen und bei 200°C 20 bis 25 Minuten überbacken. Dazu frisches Fladenbrot, Baguette oder Reis reichen