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Die Kultivierung von vielen Palmenarten ist, wenn man ihre grundlegenden Anforderungen erfüllt, nicht sonderlich schwer. Im folgenden werden diese Anforderungen nun beschrieben.

Licht

Da Palmen teilweise in sehr unterschiedlichen Lebensräumen wachsen, unterscheiden sie sich auch teilweise stark in ihren Lichtbedürfnissen. Im Grunde reicht es aus die Lichtverhältnisse der Palmen in drei Bereiche einzuteilen. Es gibt Palmen, die einen sehr hellen, sonnigen Platz benötigen, welche die an einen halbschattigen Standort gedeihen und welche, die einen schattigen Platz bevorzugen. Ältere Pflanzen vertragen generell mehr Sonne als Jungpflanzen. Die Angaben im Shop beziehen sich auf Jungpflanzen. Die Lichtverhältnisse in Innenräumen sollten nicht überschätzt werden, da deutlich weniger Licht ins Zimmer kommt, als es im Freien der Fall ist.

  • Palmen mit hohen Lichtbedürfnissen stammen meistens aus trockenen, nur spärlich bewachsenen Gebieten und schon Jungpflanzen vertragen volle Sonne. Im Zimmer sollten diese Arten an einem Süd- oder Westfenster stehen.
  • Palmen, die eine halbschattigen Platz bevorzugen, stammen in der Regel aus lichten Wäldern, wo sie im Halbschatten hoher Bäume aufwachsen. Diese Arten bevorzugen, möglichst helles, aber kein direktes Licht. Im Zimmer wäre ein Standort an einem West- oder Ostfenster optimal.
  • Arten, die schattige Bedingungen bevorzugen stammen meistens aus dem Unterwuchs dichter Regenwälder. Oft sind ihre Blätter nur sehr dünn und müssen vor direkter Sonne geschützt werden. Diese Palmen stehen am Besten an einem Nordfenster, oder etwas vom Fenster entfernt.

Wasser

Das „richtige“ Gießen von Palmen ist relativ schwer einzuschätzen, da der Verbrauch von mehreren Faktoren abhängig ist. So hängt der Verbrauch u.a. vom Substrat, dem Verhältnis von Topfgröße zur Pflanze, den Lichtverhjältnissen und der Temperatur ab.

Generell kann man sagen, dass Palmen aus trockeneren Regionen weniger Wasser benötigen, während tropische Palmen im Verhältnis mehr Wasser benötigen. Das Substrat darf auf keinem Fall ganz austrochnen. Aber ebenso dürfen sie nicht „geflutet“ werden. Gerade kleine Pflanzen, Keimlinge und Sämlinge müssen recht konstant gegossen werden, da es ihnen noch an Reserven fehlt. Größere – und vor allem Palmen aus trockenen Gebieten – sollten eher seltener gegossen werden, dann aber umso kräftiger, so dass das Substrat durchdringend befeuchtet wird.

Bei ausgepflanzten Palmen im Freien oder im Wintergarten ist das gießen so gut wie kein Problem. Nur bei sehr schweren, oder sandigen Böden sollte man den Bodenfeuchtigkeit genauer beobachten.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit ist ein Kulturfaktor, der oft im Zimmerräumen und besonders im Winter zu Problemen führen kann. Durch das Heizen ist die Luftfeuchtigkeit sehr niedrig und es kann dazu führen, dass die Blätter braune Spitzen bekommen und es zu Schädlingsbefall kommt. Dagegen hilft, die Palmen mehrmals am Tag zu besprühen um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Das andere Problem ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit bei zu niedrigen Temperaturen, wie es z:B in Gewächshäusern oder in schlecht belüfteten Überwinterungsräumen geschehen kann. Es kann dazu führen, dass die Palmen in Folge dessen von einem Schimmelpilz befallen werden können, der bis zur Herzfäulnis führen kann. Abhilfe hiergegen schafft eine ausreichende Belüftung.

Substrat

Das richtige Substrat ist besonders wichtig für die Entwicklung der Wurzeln und die Nährstoff aufnahme. Bei ausgepflanzten Palmen ist die Frage nach dem richtigen Substrat eher unbedeutend. Nur sehr schwere Böden oder sehr sandige Böden sollten mit humus und Sand, bzw. Lehm aufgebessert werden.

Topfpflanzen gedeihen im Prinzip auch in „normaler“ Blumenerde, allerdings fehlt es dieser oft an Drainagestoffen. Für meine Palmen verwende ich in der Regel eine Mischung aus Kokohum und Blumenerde, womit ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Umtopfen

Palmen müssen umgetopft werden, wenn entweder die Wurzeln unten aus dem Topf herausgewachsen sind, oder wenn die Wurzeln die ganze Palme nach oben herausdrücken, der Topf also komplett durchwurzelt ist. Einige Palmen – wie z.B die Arten, die aus trockenen Gebieten stammen – benötigen von Anfang an recht tiefe Töpfe. Der neue Topf sollte mind. einen 3 cm größeren Durchmesser, als der alte haben, bei größeren Palmen kann es auch deutlich mehr sein. Der alte Wurzelballen sollte nicht gelockert werden, da es der Palme eher schadet, als hilft.

Die beste Zeit zum Ein- und Umtopfen ist das Frühjahr, da dann zum einen optimale Wachstumsbedingungen herschen und die Palme lange Zeit hat sich vom Umpflanzen zu „erholen“ bevor die nächste Überwinterung ansteht.

Düngen

Viele Palmen sind Nährstoffliebend und sollten dementsprechend gedüngt werden. Am praktischsten ist es, einen flüssigen Volldünger zu verwenden. Eine etwas teuere Alternative sind mineralische oder organische Langzeitdünger. Palmen bevorzugen stickstoff- und kaliumreiche, aber phosphorarme Dünger. Daneben ist die Magnesiumversorgung, sowie die Versorgung mit den wichtigsten Spurennährstoffen wie Eisen oder Mangan.

Im Winter legen Palmen eine Wachstumspause ein und sollten dann je nach den Lichtverhältnissen wenig bis garnicht gedüngt werden.

Schädlinge/Krankheiten

Auch bei großer Mühe, kann es hin und wieder kommen, dass Palmen von Pilzen, Insekten oder Milben befallen werden. Schild- oder Wollläuse, Blattläuse oder Thripse lassen sich entweder absammeln, oder lassen sich einfach bekämpfen. Ein Größeres Problem ist der Befall von Spinnmilben, die mit bloßem Auge kaum zu sehen sind. Diese treten vor allen Dingen bei Lufttrockenheit auf und treten an den Blattunterseiten auf. Eine Möglichkeit sie zu bekämmpfen ist es, die befallene Pflanze – wenn es die Temperaturen zulassen – für 2-3 Monate ins Freie zu stellen.So verschwinden die Spinnmilben in der regel von alleine. Generell sollte die Luftfeuchtigkeit erhöht werden, da diese den Spinnmilben nicht gut bekommt.

Pilze treten vor allem bei ungünstigen Kulturbedingugen und oder an geschwächten und beschädigten Pflanzen auf. Oftmals hilft schon die Veränderung des Standortes, bzw. die Änderung der Kulturbedingugen. Eine andere Möglichkeit ist das Verwenden von Fungizieden, die ind der Regel hilfreich sind.

Wenn Schäden an Pflanzen auftreten, muss es sich nicht immer um Schädlinge oder Pilzbefall handeln. Ebenso können Trocken- oder Nässeschäden, Hitze- oder Kälteschäden, Lichtmangel, Sonnenbrand oder Nährstoffmangel der Auslöser sein. Wenn der Grund der Schädigung gefunden ist, müssen die Verhältnisse halt dementsprechend verändert werden.