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Die Düngung von Stauden ist ein Kapitel für sich das aber einen nicht unwesentlichen Anteil daran trägt wie das was wir später im Garten haben wollen dann aussehen wird ! Düngung ist aber nicht gleich Düngung, denn da muss klar differenziert werden, so ist es von entscheidener Bedeutung ob es sich um frisch gekeimte Pflänzchen, im Wuchs befindliche Jungstauden, oder ausgewachsene im Garten befindliche Stauden handelt. Denn grundsätzlich fallen die Düngerzugaben und die Zusammensetzung in den verschiedenen Phasen sehr unterschiedlich aus und sollten daher unbedingt beachtet werden, ansonsten kann es zu erheblichen Problemen führen !

Generell gilt für fast alle Stauden: Aussaat nie in gedüngte Erde vornehmen ! Keimlinge brauchen solange nur die Keimblättchen zu sehen sind überhaupt keinerlei Düngerzugaben. Sie nehmen in der Keimphase keine Nährstoffe auf, sondern ernähren sich durch das was sie an Nährstoffen im Samenkorn vorfinden. Ich empfehle daher auf eine Düngung in der Saatkiste zu verzichten !

In der Regel werden die Pflanzen aus der Saatkiste in ein vorgedüngtes Substrat gesetzt, diese sind im Handel in den verschiedensten Arten und Qualitäten erhältlich. Meist reichen diese Nährstoffe für die nächsten vier Wochen, wobei dieser Zeitpunkt nicht so genau definiert werden kann da er von der Staudenart und der im Substrat enthaltenen Nährstoffkonzentration abhängig ist. Gute Substrate enthalten Langzeitdünger welche länger wie die angeführten vier Wochen wirken. Diese Substrate geben die Nährstoffe langsam aber stetig ab, damit fördern sie das gleichmäßige Wachstum und verhindern eine Überkonzentration. Bei den meisten Substraten wird die Wirkungsdauer der enthaltenen Nährstoffe auf der Verpackung aufgeführt, dadurch kann man abwägen wann zugedüngt werden muss. Gerade in der Phase wo die Jungpflanzen viele Nährstoffe für ihren Blattaufbau benötigen ist eine optimale und vor allem gleichmäßige Nährstoffzufuhr wichtig ! Daher empfehle ich von den Fertigsubstraten diese mit Langzeitdünger ! Die sind zwar teurer, aber besser !

Dann kommen wir schon zum nächsten Problem, denn nicht alle Stauden benötigen eine intensive Düngung, das variiert deutlich und ist von der Staudenart abhängig. Schmuckstauden, gern als Hybrid o. Prachtstauden tituliert, brauchen stärkere Düngerzugaben wogegen Wildstauden sehr viel genügsamer sind oder nur minimale Nährstoffzugaben erhalten dürfen ! Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden was z.B. in der Literatur für die jeweilige Staude empfohlen wird. Eventuell benötigt man sogar verschiedene Substrate !

Nährstoffe können Pflanzen auf sehr unterschiedliche Weise zugeführt werden. Entweder über vorgedüngte Substrate, Flüssigdünger, oder mit Hilfe von Düngesticks die einfach in die Erde gesteckt werden und dort nach und nach die Nährstoffe abgeben. Vorgedüngte Fertigsubstrate kann man z.B. in Gartencentern erwerben, allerdings sollte darauf geachtet werden welche Nährstoffe enthalten sind ! Das ist auf der Verpackung aufgeführt, ist dort nichts vermerkt sollte man das Substrat besser nicht verwenden !. Auch Substrate die mit mineralischen Kunstdüngern versehen sind empfehle ich nicht, denn diese sind in der Regel zu salzhaltig, was viele Stauden nicht gut o. überhaupt nicht vertragen. Außerdem schaden Salze auf Dauer Boden u. Grundwasser. Idealerweise sollte dem Substrat Naturdünger wie Guano, Hornspäne, Kuhdungsticks, Mist etc. beigemischt sein. Ist man bei dem angebotenen Substrat nicht sicher ob es das richtige ist sollte besser ein ungedüngtes Substrat genommen werden und einer der vorab aufgeführten Naturdünger beigemischt werden ! Nach diesem Motto arbeite ich seit Jahren und habe damit die besten Erfolge !

Besondere Aufmerksamkeit sollte bei vorgedüngten Substraten auch auf die Zusammensetzung der Nährstoffe gelegt werden, denn die Pflanzen benötigen je nach Wachstumsphase unterschiedliche Nährstoffe bzw. Konzentrationen. Gleiches gilt natürlich auch für Dünger die beigemischt werden können. In der Regel werden die im Handel dem Substrat beigemischten Dünger als auch die einzeln verkauften Dünger als NPK Dünger (N= Stickstoff, P= Phosphor, K= Kalium) angeboten. Das heißt alle drei Haupt Nährstoffkomponenten die von den Pflanzen benötigt werden sind im Dünger enthalten.

Diese NPK Dünger sind in der Regel Stickstoff betont ausgelegt, das heißt das der Stickstoff die höchste Konzentration aufweist, meist ist die Konzentration im Verhältnis N=60 %, P= 30 % und K=10 %. Allerdings gibt es auch Dünger die nur eine der NPK Komponenten enthalten, diese werden nur für bestimmte Phasen eingesetzt, sprich N-Dünger in der Wachstumsphase u. P-Dünger in der Blühphase. Stickstoff ist in der Wachstumsphase der wichtigste Grundstoff, denn er sorgt für einen guten Pflanzenwuchs. Phosphor dagegen wird nur für den Knospenansatz u. die Blühphase benötigt, bei Jungpflanzen ist ein Phosphor betonter Dünger daher völlig überflüssig ! Kalium u. Spurenelemente sind in allen Substraten deutlich niedriger dosiert weil sie von den Pflanzen auch nur in geringerem Maße benötigt werden. Sind die Stauden groß u. kräftig genug werden sie in den Garten gepflanzt u. brauchen dort im ersten Jahr nicht gedüngt werden da sie die im Boden befindlichen Nährstoffe nutzen. Schmuckstauden sollten dann erstmals ein Jahr später mit Nährstoffen nachversorgt werden, Wildstauden gar nicht oder erst nach Jahren.

Diese Hinweise gelten nur für Pflanzen die nach der Aussaat in einer Topfkultur aufgezogen und erst später bei entsprechender Größe ins Freiland gesetzt werden. Setzt man Jungstauden direkt aus der Saatkiste ins Freiland benötigen diese Pflanzen nicht sofort eine Düngerzugabe da sie sich wie schon erwähnt die Nährstoffe aus dem Boden holen. Ich halte die Aufzucht von Stauden in kleinen 10er Plastiktöpfen für wesentlicher sinnvoller als sie direkt in den Garten zu setzen, denn die Aufzucht in Töpfen bringt schneller bessere Ergebnisse, deutlich kräftigere u. schönere Stauden. Das trifft vor allem auf die Schmuckstauden zu, gilt aber auch für Wildstauden wenn auch nicht in dem Maße. Schnell wachsende Stauden die ich im Frühjahr aussäe pflanze ich frühestens im Herbst in den Garten, manchmal auch erst im folgenden Jahr, langsam wachsende Stauden kommen generell erst im folgenden Frühjahr in den Garten !

Wie man sieht ist das Thema Düngung sehr wichtig, von der Qualität des Substrats inkl. der darin enthaltenen Nährstoffen hängt es ab ob und wie sich die Stauden entwickeln. Daher sollte auf diesen Bereich ein großes Augenmerk gelegt werden !!