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Eine oft unterschätzte Komponente bei Aussaat und Aufzucht sind die Substrate in die ausgesät bzw. gepflanzt werden soll. Leider wird zu oft der Fehler gemacht irgendein Substrat zu nehmen ohne zu hinterfragen ob es das richtige ist ! Aber gerade das Substrat ist sehr entscheidend ob Aussaat und Aufzucht gelingen oder in die „Hose“ gehen ! Daher sollte auf die Auswahl des richtigen Substrats größte Aufmerksamkeit gelegt werden !

Substrate für die Aussaat

Ideal für die Aussaat sind feinkörnigere leichte Erden. Aussaaterden dürfen keinen Dünger enthalten ! Stauden bilden in nährstoffarmen Böden mehr Wurzeln aus was dann später für ein besseres Wachstum der Pflanzen sorgt ! Spezielle Aussaaterden können in Gartencentern bezogen werden. Am sinnvollsten ist es jedoch wenn man sich das Substrat selber herstellt. Ideal hierfür sind Kombinationen aus leichten Erden oder Mutterboden, sowie feinkörnigen Kiessand. Das mischt man im Verhältnis 3:1. Aber auf keinen Fall Quarzsand oder Silbersand benutzen, da die zu fein sind und das Substrat schnell verpappen lassen. Damit wird es undurchlässig, schlimmer Fäulnis u. Pilzbefall werden gefördert und können die Keimlinge stark schädigen. Der Mutterboden darf nicht klumpig sein, daher sollte er zuvor gesiebt und erst dann verwendet werden. Ein Sieb mit mittlerer Maschengröße ist dafür am besten geeignet. Dann den Kiessand untermischen u. fertig ist das ideale Aussaatsubstrat !

Für größere Samenkörner benutze ich gerne Jiffipots. Diese Teile bekommt man in getrockneter und gepresster Form. Um sie benutzen zu können müssen sie erst ins Wasser gesetzt werden, wo sie dann zu ihrer eigentlichen Größe aufquellen. Die Jiffipots bestehen aus einem fein gemahlenen Torfsubstrat und sind vor allem für schnellwachsende Stauden gut geeignet. Das, oder die Samenkörner werden in das vorgestanzte Loch gelegt und dies dann verschlossen. Der feine Torf bleibt relativ konstant feucht, Wasser wird ausschließlich auf den Boden der Saatschale gegossen, der Torf zieht das Wasser dann selbständig an und versorgt das Samenkorn oder den Keimling mit Wasser. Die Jiffipots sind Düngerfrei und daher ideal für die Aussaat geeignet. Allerdings kann nicht jede Staude in diese Töpfchen gesät werden da es einige Stauden gibt die keinen Torf, sprich sauren Boden, vertragen.

Substrate für die Aufzucht

Bei diesem Punkt scheiden sich die Geister, denn die meisten Staudenliebhaber setzen ihre Pflanzen dirket aus der Saatkiste in den Garten und benötigen daher keine Aufzuchterde. Ich pflanze meine Aussaaten generell zuerst in Töpfe und pflanze sie nicht direkt in den Garten ! Meist erfolgt das erst im Herbst oder sogar erst im folgenden Frühjahr.

Warum mache ich das werde ich immer wieder gefragt, ganz einfach, die Stauden entwickeln sich in den Töpfen deutlich besser als wenn sie direkt in den Garten gepflanzt werden. Auch sind die Verluste deutlich geringer und die Pflege ist einfach und optimaler zu steuern ! Besonders bei den Schmuckstauden macht diese Methode Sinn, aber auch Wildstauden entwickeln sich deutlich besser ! In der Regel benutze ich 12er Viereck Plastiktöpfe zum topfen und stelle die dann Topf an Topf an eine vorbereitete Stelle auf. Dort habe ich immer sehr schnell im Blick wie sich die Pflanze entwickelt oder ob irgendetwas schief läuft. Da ich häufig sehr seltene Stauden bzw. die Samen davon bekomme ist es für mich sehr wichtig möglichst viele von ihnen durchzubekommen bzw. dafür zu sorgen das sie sich möglichst gut entwickeln ! Daher arbeite ich seit Jahren erfolgreich mit dieser Methodik.

Doch nun zurück zu dem Substrat. Damit sich die Pflanzen in den Töpfen möglichst optimal entwickeln reicht es nicht aus sie einfach in „normale“ Landerde o.ä. zu setzten, sondern dafür wird ein gutes nährstoffhaltiges Substrat benutzt das ich mir selber mische. Dazu verwende ich ungedüngte feinkörnige Erde aus dem Handel, anzumerken sei noch das ich nur Erden wähle die keine Torfanteile enthalten da viele Stauden Torf u. die damit verbundenen PH-Wert im sauren Bereich nicht sonderlich gut vertragen. Weiterhin benötige ich für die Mischung, Mutterboden, Kiessand u. als Dünger Hörnspäne für die Langzeitdüngung sowie Kuhdungsticks als Startup Dünger. Kunstdünger setzte ich generell nicht ein da sie von vielen Stauden nicht vertragen werden. Die Mischung wird dann aus 60 % Erde, 30 % Mutterboden. 10 % Sand erstellt.

Natürlich gibt es weitere Möglichkeiten Erde selbst zu erstellen weitere gute Materialien sind Kompost, lehmhaltige Erden, Lava anstelle von Sand, Lauberde, für angesäuerte Erden gehen auch Torfsubstrate oder Nadelerden. Leider verfüge ich nicht über die Mengen an kompostierter Erde, daher fällt für mich diese sehr gute Möglichkeit leider flach.

Noch ein Wort zu den von mir benutzten Düngern. Ich variiere immer wieder mal zwischen verschiendenen Düngern, zum Teil weil nicht alle Stauden jeden Dünger gleich gut vertragen zum anderen um auch mal neue Wege zu gehen. Meist sind es aber nur Hornspäne und Sticks, beide wirken gut und sind nicht zu teuer. Hornspäne sind sind sehr stickstoffbezogen u. lösen sich da sie aus einer harten Substanz bestehen nur nach u. nach im Substrat auf, so geben sie die Nährstoffe nur langsam u. gleichmäßig ab u. sind daher ein idealer Langzeitdünger. Die Sticks sind getrockneter und gepresster Kuhdung die als 2cm lange Sticks in 20 oder 50 Kg Säcken angeboten werden.

Die Sticks beginnen sich, durch die Einwirkung der Feuchtigkeit im Substrat, schnell aufzulösen und liefern dadurch recht zügig den Stickstoff der von den Pflanzen zum Wachstum benötigen. Mit dieser Düngerkombination erreiche ich eine gute Nährstoffversorgung u. brauche die Pflanzen während der Topfkultur nicht nachzudüngen. Nach der Topfkultur werden die Stauden im Herbst oder im Frühjahr des folgenden Jahres in den Garten gepflanzt, bis dahin haben sich die Stauden in der Regel zu schönen großen Exemplaren entwickelt.