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In den folgenden Kapiteln dreht sich fast alles um die praktische Handhabung bezüglich der Pflanzung und Pflege von Cannas. Eine illustrierter Wegweiser, mit kommentierten Kurztexten (Untertiteln) zu den einzelnen Bildern, soll Ihnen hilfreich sein, schrittweise das Vorgehen kennen zu lernen, mit dem ich nun schon sehr lange Zeit, also Jahr für Jahr, prachtvolle Canna Exemplare zum Blühen veranlasse.

Hat man das indische Blumenrohr erst einmal auf gutem Boden im Freiland stehen, ist es relativ pflegeleicht. Erhält es dann auch noch regelmäßig seine Rationen Wasser und gelegentlich etwas Dünger, entfaltet es sich zu regelrechten Dauerblühern. Je nach Region und Landstrich dauert seine Blühzeit, nicht selten, von Mitte Juni bis Ende November.

 

 

 

Wie Canna Kinder kriegen – Vermehrung

Einer meiner Kegelbrüder hat mich einmal gefragt: „Volker, wie machst du es eigentlich, dass deine Canna Kinder kriegen?“. Ich habe ihm entgegnet, dass er das alles auf meiner Homepage finden kann, weil eine verbale Erläuterung viel zu langwierig wäre.

In Sachen Fortpflanzung der Canna gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie werden mit Hilfe der frischen Jungtriebe vermehrt, die die Mutter-Rhizome hervorbringen oder man gebraucht das Saatgut, welches sich nach der Canna Blüte bildet. Werden Rhizome zur Weiterzucht verwendet, kann man zu 99,99 Prozent davon ausgehen, dass immer wieder die gleiche Art daraus entsteht. Ich lege mich hier deshalb nicht auf 100 Prozent fest, weil ich selbst schon erlebt habe, dass aus einem, von mir geteilten Rhizom, zwei unterschiedliche Blütenfarben hervorgingen. Der alternative Weg wäre die Aussaat von Samen. Dieses Verfahren ist zwar relativ mühsam und vielleicht auch umständlich. Doch es hat den besonderen Reiz, plötzlich eine neue Canna Sorte im Garten zu entdecken, die weltweit einmalig ist.

Canna aus Rhizomen ziehen

Damit ein möglichst früh angestrebter Blühbeginn vom indischen Blumenrohr erzielt werden kann, zieht man es am besten in einem wohltemperierten Raum vor. Das darf in einem kleinen oder großen Gewächshaus erfolgen, im Wintergarten, Keller oder Heizungsraum, bei günstigen Temperaturen um die 18 Grad Celsius. Die Vorzucht macht frühestens ab Ende Februar bis Mitte März Sinn, sofern man die Absicht hegt, seine Canna dann später in der freien Natur zu platzieren. Wegen der im Monat Mai mancherorts noch möglichen Nachtfröste, sollten sie ohnehin nicht vor Ende dieses Wonnemonates ins Freie verfrachtet werden. Diese knapp drei Monate dauernde Vorlaufspanne ist genau die richtige Zeit, um die jungen Blumenrohr Triebe in eine kräftige, gesunde Verfassung zu bekommen. Gelingt dieses Unterfangen einigermaßen vernünftig, lassen sich schon ab Mitte Juni, bei einigen Frühblühern, die ersten großblumigen Farbtupfer im Garten erkennen. Bevor sie jedoch in den Garten kommen, lässt man die Jung-Canna noch etwa eine Woche abhärten. Dies geschieht vernünftigerweise, indem man sie beispielsweise im Gewächshaus belässt, dabei aber Türen und Fenster offen hält.

 

Canna aus Samen

Kreation oder Standard aus Einjährigen? Das ist hierbei die spannende Frage. Die Zucht von Canna Pflanzen aus Samen erweist sich um einiges schwieriger, als die mit Rhizomen. Doch damit besteht jedes Mal die verheißungsvolle Chance, eine völlig neue Sorte in die Welt zu bringen. Bevor man die Samenperlen in kleine Blumentöpfe setzen kann, muss erst einmal ihre steinharte Umhüllung geknackt werden. Kommen sie nämlich im Originalzustand in die Erde, kann es viele Monate dauern, bis sie keimen. So habe ich eine Menge Tipps gelesen, wie sie sich viel schneller aus ihrer Schale locken lassen. Die einen legen sie in das Gefrierfach, andere übergießen sie mit kochendem Wasser und manche lassen sie im warm durchnässten Toilettenpapier erst einmal tagelang quellen. Doch mir gefiel der Hinweis mit dem Anschliff am günstigsten und ich sollte mit dieser Auffassung Recht behalten.

Die häufig verbreitete Ansicht, indisches Blumenrohr, aus Samen gezogen, blühe erstmals im folgenden Jahr, trifft mit der von mir praktizierten Methode nicht zu. Sie ist zwar mühsam und dürfte für die professionelle Anwendung wenig geeignet sein, dafür erweist sie sich aber als sehr effizient. Ich habe meine mit Samen angesetzten Cannas ab Ende Juni genauso in der Blüte, wie die aus Rhizomen gezogenen. Man muss die Samen lediglich bereits Anfang bis Mitte Januar in die Töpfchen bringen. In der nun folgenden Galerie zeige ich auf, wie sich die Zucht mit Canna Samen angehen lässt.