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Bei der Vermehrung von Palmen durch Samen muss man zunächst beachten, dass es Palmensamen in unterschiedlichster Form gibt, die verschiedenste Ansprüche stellen. Die Keimzeit kann, je nach Art wenige Wochen, aber auch bis zu zwei Jahre dauern. Bei der Keimung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Allgemein kann man sagen, dass je frischer die Samen sind, desto größer die Erfolgschancen sind

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Keimbedingungen. Dabei spielen vor allem die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Die Samen benötigen zum Keimen über einen längeren Zeitraum eine relativ konstant hohe Temperatur. Dabei gibt es aber auch hier wieder Unterschiede. Während einige Arten bei Temperaturen von 42° C und mehr ihre optimale Keimtemperatur haben, gibt es andere Arten, dessen Samen bei einer Temperatur von 38° C bereits absterben. Es gibt auch Arten die bei Zimmertemperatur ohne Probleme keimen. Zu dieser Kategorie gehören auch die hier angebotenen Samen. Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant hoch sein. Es hat sich herausgestellt, dass man die Keimdauer durch Einweichen der Samen deutlich verringern kann. Hierbei reicht es meist aus die Samen 1-2 Tage lang einzuweichen.

Ein ebenfalls entscheidender Faktor ist das Substrat, das zur Anzucht verwendet wird. Normale Blumenerde ist hierzu nicht sonderlich geeignet. Es ist vor allem wichtig, dass das Substrat frei von Krankheitserregern und Schädlingen ist. In Gärtnereien verwendet man dabei groben Sand, Torfmoos, Vermiculti (ein natürlich vorkommendes Mineral), Perlite (ein natürlich vorkommendes Silikat), Pinienrinde oder Sägemehl. Als optimal für private Zwecke geeignetes Substrat hat sich Kokohum erwiesen. Kokohum ist ähnlich wie Torfmoos und wird aus abgestorbenen Fasern der Kokospalme hergestellt. Es wird getrocknet verkauft, weswegen es absolut frei von Schädlingen und Unkraut ist. Es hat sehr gute Wasserspeicherfähigkeiten und ist somit sehr gut geeignet. Sehr wichtig ist, dass das Substrat, welches zur Anzucht verwendet wird nicht zu nass ist. Das Substrat darf nicht zu feucht sein, da dann die Samen faulen. Bei Kokohum ist die optimale Feuchtigkeit dann erreicht, wenn man mit der Hand keine Flüssigkeit mehr aus dem Substrat ausquetschen kann.

Generell muss man beachten, dass nahezu alle Palmearten sehr tiefe Wurzeln ausbilden. Einige Arten bilden einen dicken fleischigen Senker aus, der tief in den Boden geht. Manche Arten haben sehr empfindliche Wurzeln und müssen sehr vorsichtig behandelt werden.

Anzuchtmethode:

mit der ich sehr gute Ergebnisse erreiche und die ich für den privaten Gebrauch als optimal geeignet empfinde:

Ich bevorzuge die folgende Methode, weil sie mit relativ geringem Aufwand optimale Ergebnisse liefert. Im Vergleich zu anderen Anzuchtmethoden ist die Keimquote deutlich höher und die Keimzeit deutlich geringer. Zudem ist sie sehr platzsparend, was vor allem bei größeren Mengen von Vorteil ist.

Die Materialien:

Es sind nur drei verschiedene Materialien von Nöten. Druckverschlussbeutel , geeignetes Anzuchtsubstrat und natürlich die Palmensamen. Die Palmensamen kommen mit dem Substrat in den Druckverschlussbeutel, der daraufhin verschlossen wird. Im „Keimbeutel“ herrscht dann ein Microklima, welches für die erfolgreiche Keimung sehr fördernd ist. Das Substrat kann nicht austrocknen und man muss bis zur Keimung nichts mehr tun, außer zu warten. Ab und zu muss man die Beutelunterseite nach gekeimten Samen untersuchen. Dann sind weiße, meist fleischige, deutlich erkennbare Wurzeln sichtbar. Wenn diese etwas größer sind können sie aus dem Beutel herausgeholt werden und einzeln in Töpfe gepflanzt werden. Aus der ersten Wurzel wächst dann das erste Laubblatt heraus.

Das Anzuchtsubstrat

Eine wesentliche Anforderung an das Substrat ist die absolute Schädlingsfreiheit. Als optimal hat sich hier Kokohum (Kokossubstrat), trockene, gepresste Kokosfasern, erwiesen. Kokohum gibt es in jedem guten Baumarkt. Es wird getrocknet und gepresst im Block verkauft und muss dann mit Wasser aufgequellt werden. Ganz wichtig ist, dass das Substrat nicht zu nass ist. Wenn man selbst durch kräftiges Drücken in der Hand kein Wasser mehr herausdrücken kann, ist es genau richtig. Ist es zu nass faulen die Samen sehr schnell.

Vorbereitung der Samen

Die Samen müssen zunächst von der Frucht getrennt werden. Sie müssen des Weiteren 1-2 Tage in zimmerwarmem Wasser eingeweicht werden, bevor sie in den Keimbeutel kommen.

Die Wartezeit

Die Keimdauer bei Palmen kann je nach Art von 2 Wochen bis über ein Jahr andauern. Bei den meisten Arten liegt sie allerdings bei etwa 2 Monaten. Es ist üblich, dass nicht alle Palmensamen gleichzeitig keimen. Die gekeimten Samen werden einfach aus dem Keimbeutel genommen, während die noch nicht gekeimten Samen einfach noch mehr Zeit benötigen. Meistens keimen nicht alle Samen, aber durch diese Anzuchtmethode kann man eine Keimquote von über 90% erreichen.